Eignen sich europäische Maislandrassen für den Ökologischen Landbau?
Zum siebten Mal zeichnet die Gemeinschaft zur Förderung der Kulturpflanzenforschung Gatersleben e. V. im Rahmen ihrer Jahresversammlung eine Nachwuchswissenschaftlerin mit dem Rudolf-Mansfeld-Preis für die in ihrer Abschlussarbeit erarbeiteten Erkenntnisse aus. In diesem Jahr geht die Auszeichnung für die beste Diplom- oder Masterarbeit auf dem Gebiet der Kulturpflanzenforschung an die Agrarwissenschaftlerin Vanessa Prigge. Ihre Arbeit „Untersuchungen zur Eignung europäischer Maislandrassen als genetische Ressourcen für den Ökologischen Landbau“ wurde aus insgesamt acht Diplom- und Masterarbeiten gewählt.
Vanessa Prigge studierte Agrarwissenschaften an der gleichnamigen Fakultät der Universität Hohenheim. Ihre Masterarbeit wurde am Institut für Pflanzenzüchtung, Saatgutforschung und Populationsgenetik betreut. Frau Prigge untersuchte in ihrer Arbeit, welches Potential Mais-Linien, die mittels Doppelhaploiden-Technik aus europäischen Maislandrassen entwickelt wurden, für den Einsatz im modernen Ökologischen Landbau besitzen. In der Arbeit konnte u.a. gezeigt werden, dass die Testkreuzungsleistung des Landrassenmaterials bezüglich relevanter Ertragsmerkmale im Vergleich zu Sortenstandards oder Elitematerial unter ökologischen Anbaubedingungen weniger stark abfiel. Außerdem zeigten einige der Linien gute Ertrag-Reife-Kombinationen, die unter ökologischen Bedingungen das Niveau der Sortenstandards erreichten.
Zwischen den Linien innerhalb einer Landrasse bestand eine signifikante genetische Variation. Auch aus diesem Grund erscheint ein züchterischer Einsatz des Landrassenmaterials lohnend, beispielsweise zur Erweiterung der genetischen Basis aktueller Maiszüchtungspopulationen. Interessanterweise bestand keine enge Beziehung zwischen der ökologischen und der konventionellen Wirtschaftsweise für den Kornertrag, so dass eine Selektion von spezifisch an die Bedingungen des Ökologischen Landbaus angepassten Genotypen möglich sein sollte.
Der mit 1.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre von der Gemeinschaft zur Förderung der Kulturpflanzenforschung Gatersleben e. V. vergeben. Die Auszeichnung trägt den Namen des Botanikers Rudolf Mansfeld, der als erster Leiter der Genbank in Gatersleben bis heute die Arbeiten mit genetischen Ressourcen am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) prägt. Der Preis wird während der Jahresversammlung der Gemeinschaft zur Förderung der Kulturpflanzenforschung Gatersleben e. V. am 23.10. auf dem Biotechnologie-Campus in Gatersleben verliehen.