Seit 1996 fördert das IPK Schüler aus der Region bei der Teilnahme am Wettbewerb „Jugend forscht“. Auch in diesem Jahr konnten sich die Projekte der „Nachwuchswissenschaftler“ bei Regional- und Landesausscheidungen durchsetzen.
Die langjährige Zusammenarbeit des Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) mit dem Ascaneum Aschersleben im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend forscht“ war auch 2003 erfolgreich. Zwei Schülerinnen des Gymnasiums erforschten in Gatersleben den Stärkegehalt und die Struktur der Anthocyane der französischen Kartoffelsorte „Vitelotte Noire“, die Gourmets mit einem süßlichen Nuss-Aroma und rot- bis violettfarbenem Fleisch überrascht. Die Abiturientinnen Jana Tillack und Stephanie Behrens verfolgten ihr Ziel zwei Jahre lang hartnäckig und mit viel Geduld, und ihre Arbeit wurde jetzt mit dem besten Platz im Landeswettbewerb und dem Sonderpreis der Deutschen Chemischen Gesellschaft belohnt.
Am Ascaneum konnten die Jugendlichen auf die Hilfe des engagierten Chemielehrers Manfred Topf zählen. Für ihn ist jedes Projekt eine neue Herausforderung. „Im Vorfeld des Wettbewerbs setzen sich IPK-Wissenschaftler mit Schülern und Lehrern zusammen und besprechen den Ablauf des Projekts“, schildert der IPK-Direktor Prof. Ulrich Wobus die Zusammenarbeit. Dabei überraschen die Schüler die Forscher immer wieder mit interessanten Ideen. Die Themen gehen stets weit über den Unterrichtsstoff hinaus. „Aus diesen Diskussionen entstehen dann kleine Forschungsprojekte, deren Themen eng mit der wissenschaftlichen Arbeit am IPK verbunden sind.“ Am IPK wurde das Projekt von Dr. Hans-Peter Mock, Leiter der Arbeitsgruppe für Angewandte Biochemie, betreut. Der Wissenschaftler unterstützt seit einigen Jahren die „Jugend forscht“-Aktivitäten am Institut und berät auch Schüler, deren Vorhaben von der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen in Aschersleben unterstützt werden.
Jugend für Naturwissenschaften begeistern
Ein Schwerpunkt liegt auf der biochemischen Analyse von pflanzlichen Inhaltsstoffen und Stoffwechselprodukten. So waren die Wettbewerbsteilnehmer in den letzten Jahren u.a. dem zugesetzten Koffein in Fruchtsäften oder dem Glukose-Gehalt von Diät-Lebensmitteln auf der Spur. In den Jahren 2001 und 2002 stand die Analyse der schwefelhaltigen Verbindung Alliin im Vordergrund, die mit den gesundheitsfördernden Effekten von Knoblauch im Zusammenhang steht. Stets waren die Projekte in Regional- und Landeswettbewerben hervorragend platziert, und einige Arbeiten erhielten Sonderpreise in der Bundesausscheidung. „Die Schüler nutzen Labore und Gewächshäuser des IPK und unter Anleitung auch die modernen Analysegeräte, berichtet Wobus: „Sie investieren einen großen Teil ihrer Freizeit in diese Projekte und es ist eine Freude mit diesen sehr motivierten Schülern zu arbeiten.“ Die Zusammenarbeit im Rahmen von ‚Jugend forscht’ biete zudem eine hervorragende Möglichkeit, das Interesse für Naturwissenschaften bei den Jugendlichen zu stärken. Der Biologe hofft, dass der eine oder andere Wettbewerbsteilnehmer später einmal als Forscher in die IPK-Labors zurückkehrt.
Das Engagement bei „Jugend forscht“ ergänzt die vielfältigen Angebote des IPK für Jugendliche. Seit Jahrzehnten finden in Gatersleben Vorträge, Seminare und Führungen speziell für Schüler statt. Im vergangenen Jahr wurde gemeinsam mit dem Netzwerk InnoPlanta und der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Aschersleben-Stassfurt erstmals eine ganze Woche mit Aktionen organisiert, in der Jugendlichen u. a. die vielfältigen Berufschancen in der Biotechnologie und pflanzlichen Gentechnik vorgestellt wurden. Anfang November wird bei der diesjährigen Schulaktionswoche dazu erneut Gelegenheit sein. Schüler, die nicht so lange warten wollen, können bereits am „Tag der offenen Tür“ Laborluft schnuppern und aus erster Hand mehr über die Forschungsarbeiten am IPK und in den Biotechnologiefirmen in Gatersleben erfahren. Interessenten sollten sich den 14. Juni, Beginn 9:30 Uhr, im Kalender rot anstreichen. Außer dem umfangreichen Angebot an Führungen und Demonstrationen laden das IPK und die Gemeinde Gatersleben ab 13:30 Uhr zum 2. Fest der Begegnung ein.