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Gaterslebener Begegnung XI
30. April 2009

Gemeinsame Tagung des Leibniz-Instituts Gatersleben und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina zu „Natur“ und den „Wandlungen unseres Naturverständnisses und seine Folgen“ vom 07.-09.05.2009 am IPK Gatersleben

Das Verhältnis des Menschen zur „Natur“ ist in seiner Geschichte durch unterschiedliche Beziehungen geprägt. Seit der Aufklärung wird die Natur dem Menschen zu seiner Nutzung untergeordnet und zunehmend ausgebeutet. Natur wurde zum Objekt technischen, ökonomischen und politischen Handelns. Spätestens seit Mitte des vorigen Jahrhunderts wissen wir um die akute Gefährdung natürlicher Lebensräume. Mit der erworbenen – aber auch begrenzten – Macht über die Natur wird sich der Mensch langsam und widerstrebend seiner Abhängigkeit von einer intakten Natur bewusst, und global wird die Natur zunehmend zum Gegenstand gesellschaftlicher Auseinandersetzungen.

Wieweit dürfen wir in die Natur, in die Schöpfung, eingreifen? Welche Rolle spielt der Mensch in der Natur, wieweit kann er sie nachhaltig gestalten, anstatt sie zu beherrschen und zu zerstören?

Diesen Fragen werden sich die Gaterslebener Begegnungen XI vom 7. bis 9. Mai 2009 im Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben stellen. „Der Begriff der Natur – Wandlungen unseres Naturverständnisses und seine Folgen“ lautet der Titel der gemeinsamen Veranstaltung des Instituts und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.

Namhafte Naturwissenschaftler, Sozialwissenschaftler und Publizisten werden philosophische, naturwissenschaftliche und soziologische Aspekte des Naturbegriffs und dessen Bedeutung für uns heute diskutieren, so u.a. Hans-Peter Fischer (Konstanz), Andreas Weber (Berlin), Kristian Köchy (Kassel), Michael Rhode (Potsdam), Reinhard Piechocki (Insel Vilm), Randolf Menzel (Berlin), Hans-Hilger Ropers (Berlin), Volker Gerhardt (Berlin), Hans Dickel (Erlangen), Ludwig Siep (Münster) und Jens Reich (Berlin).

Neben historischen und naturphilosophischen Aspekten bilden insbesondere die Stellung des Menschen in der Natur und die vielfältigen Wechselwirkungen einen besonderen Schwerpunkt der Veranstaltung. So werden am 8. Mai Fragen zur Wahrnehmung von Natur sowie zu den Wandlungen des Naturbegriffs diskutiert. „Gestaltete Natur“ und Natur, die für den Menschen sowohl Sinnträger als auch Sachobjekt ist, wird anschließend thematisiert. Am 9. Mai stehen die Stellung des Menschen in der Natur, das Naturverständnis in der Kunst sowie bioethische Fragen im Umgang mit der Natur im Mittelpunkt. Am Nachmittag des 9. Mai thematisiert eine Rundtischdiskussion die Frage, ob es „Frieden mit der Natur“ geben kann?

Wie bereits bei den vorangegangenen Gaterslebener Begegnungen bilden neben dem wissenschaftlichen Diskurs Kunstausstellungen und Schriftstellerlesungen einen wesentlichen Bestandteil der Veranstaltung. Am 7. Mai, 19 Uhr, wird die Kunstausstellung mit Arbeiten von Susanne Berner und Margit Jäschke (beide Halle), mit Holzplastiken von Jürgen Ludwig (Dessau), sowie mit der anschließenden Schriftstellerlesung von André Schinkel (Halle) und Richard Pietraß (Berlin) eröffnet. Musikalisch umrahmt wird der Abend durch Gottfried Biller (Quedlinburg). Auch an den folgenden Abenden bilden Schriftstellerlesungen den jeweiligen Abschluss des Tages: Am 8. Mai werden Wulf Kirsten (Weimar) und am 9. Mai Helga Schütz (Potsdam) jeweils um 20.00 Uhr aus ihren Werken lesen.

Neben dem IPK und der Leopoldina tragen die Sparkassenstiftung Aschersleben-Staßfurt, die AKB-Stiftung und die Kulturstiftung des Landes Sachsen-Anhalt die Veranstaltung. Die Vernissage am 7. Mai wurde in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Förderung der Kultur in Gatersleben e. V. vorbereitet.

Die Veranstaltung findet im Hörsaal des IPK Gatersleben statt. Interessierte können sich noch kurzfristig per Email über info@ipk-gatersleben.de oder telefonisch unter 039482 5427 anmelden. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf den Webseiten des Instituts unter www.ipk-gatersleben.de.

Organisation:

Prof. Dr. Anna M. Wobus und Prof. Dr. Ulrich Wobus (Gatersleben) sowie Prof. Dr. Benno Parthier (Halle)

Kontakt:

Roland Schnee (Geschäftsstelle des IPK)

Tel: 039482-5427
Email: schnee@ipk-gatersleben.de

Leibniz-Institut für Pflanzengenetik

und Kulturpflanzenforschung (IPK)

Corrensstr. 3

06466 Gatersleben

 

Über die Gaterslebener Begegnungen

Die Gaterslebener Begegnungen finden seit 1986 am Institut Gatersleben statt. Sie dienen dem Austausch zwischen Natur- und Geisteswissenschaftlern, Publizisten, Politikern, Schriftstellern, Künstlern und interessierten Laien über die Rolle der Wissenschaften in der technisierten Welt, den Auswirkungen wissenschaftlich-technologischer Entwicklungen in der Gesellschaft und ihren ethischen Implikationen. Eine besondere Stellung nimmt stets auch der Diskurs mit Künstlern und Schriftstellern ein. Die Gaterslebener Begegnungen werden seit 1995 gemeinsam mit der Leopoldinischen Akademie veranstaltet und wurden zwischen 1996 und 2003 in fünf Buchbänden in der Reihe Nova Acta Leopoldina dokumentiert.

 

Über das IPK Gatersleben

Das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben ist eine außeruniversitäre, mit Bundes- und Ländermitteln geförderte Forschungseinrichtung und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, einem Zusammenschluss von 86 Forschungsinstituten und Serviceeinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierten Mitgliedern in Deutschland. Am IPK forschen und arbeiten etwa 500 Mitarbeiter/-innen aus 20 Nationen. Weitere Informationen unter http://www.ipk-gatersleben.de/.

 

Über die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

Die Leopoldina ist die älteste ununterbrochen existierende naturwissenschaftlich-medizinische Akademie der Welt mit einer über 355-jährigen Tradition und mit mehr als 1300 Mitgliedern in aller Welt. Seit 2008 ist sie Deutschlands Nationale Akademie der Wissenschaften. Hiermit verbunden sind die wissenschaftsbasierte Politik- und Gesellschaftsberatung sowie die internationale Repräsentanz der deutschen Wissenschaft in nationalen Gremien und internationalen Organisationen.