Gatersleben, 23. März 2010
Erster Wricke-Preis geht an Gaterslebener Forscher
Mit der erstmaligen Verleihung des Günter und Anna Wricke-Forschungspreises für angewandte Genetik und Züchtungsforschung würdigt das Kuratorium der gleichnamigen Stiftung die zukunftsweisenden Forschungsarbeiten von Dr. Nils Stein auf dem Gebiet der Genomforschung und anwendungsorientierten Genetik bei Getreide (Triticeae).
Die von Dr. Stein erarbeiteten Ergebnisse werden nach Einschätzung des Kuratoriums der Stiftung wesentlichen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Getreidezüchtung haben. Als einem der weltweit ersten Forscher gelang es Dr. Stein, Resistenzgene gegen pilzliche und virale Krankheitserreger bei Weizen und Gerste zu isolieren. Mit seinen Forschungsarbeiten zur physischen Kartierung und zur Sequenzierung des Gerstengenoms lieferte er grundlegende Erkenntnisse zur Genomevolution bei Getreide und eröffnete neue Wege, agronomisch wichtige Gene einer systematischen strukturellen und funktionellen Analyse zuführen zu können. Seine Arbeiten haben einen wichtigen Grundstein für die Nutzung der biologischen Vielfalt zur züchterischen Verbesserung von Getreide gelegt.
Gemeinsam mit Prof. Graner leitet Dr. Stein die Arbeitsgruppe Genomdiversität am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben. Im Anschluss an ein Diplom-Studium der Biologie an der Universität Kaiserslautern promovierte Dr. Stein an der Universität Hohenheim in den Naturwissenschaften, um sich danach im Rahmen einer Anstellung als Postdoc an der Universität Zürich der molekularen Genetik bei Getreide zu widmen. Seit Herbst 2001 arbeitet Dr. Stein auf dem Gebiet der Gerstengenomanalyse am IPK Gatersleben.
Der Günter und Anna Wricke-Forschungspreis wurde am 15. März 2010 im Rahmen der Haupttagung der Gesellschaft für Pflanzenzüchtung (GPZ) in Freising-Weihenstephan erstmals verliehen. Die gleichnamige Stiftung wurde im Jahr 2008 von Prof. Dr. Günter Wricke und seiner Ehefrau, Anna Wricke, gestiftet. Mit dem Preis werden alle drei Jahre junge Forscherinnen und Forscher für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der angewandten Genetik und Züchtungsforschung an landwirtschaftlichen, gärtnerischen und forstlichen Kulturpflanzen ausgezeichnet. Der Preis ist mit 30.000 EURO dotiert, die von den Preisträgern zur Finanzierung neuer Forschungsvorhaben genutzt werden können. Weitere Informationen zur Stiftung finden Sie unter http://www.wricke-stiftung.de.
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Über das IPK Gatersleben
Das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben ist eine außeruniversitäre, mit Bundes- und Ländermitteln geförderte Forschungseinrichtung und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, einem Zusammenschluss von 90 Forschungsinstituten und Serviceeinrichtungen für die Forschung sowie fünf assoziierten Mitgliedern in Deutschland. Das IPK Gatersleben gehört zu den international bedeutsamen Zentren der Pflanzenforschung, in dem Fragestellungen der modernen Biologie vorrangig an Kulturpflanzen bearbeitet werden. Im Zentrum grundlagen- und anwendungsorientierter, interdisziplinärer Forschung steht die Erarbeitung neuer Erkenntnisse und Technologien mit dem Ziel einer umfassenden Nutzung pflanzlicher Vielfalt für eine optimierte Stoffproduktion und für eine umweltverträglichere Landwirtschaft. Mit der bundeszentralen ex situ-Genbank verfügt das IPK über eine einzigartige Sammlung pflanzengenetischer Ressourcen. Mit einem Gesamtbestand von 147.000 Mustern aus 2.600 Arten zählt die Genbank des IPK zu den weltweit größten Einrichtungen ihrer Art. Am IPK forschen und arbeiten etwa 500 Mitarbeiter/-innen aus über 20 Nationen. Weitere Informationen unter http://www.ipk-gatersleben.de.