Groß Lüsewitzer Kartoffel-Sortimente der IPK-Genbank (GLKS)

Die Groß Lüsewitzer Kartoffel-Sortimente enthalten mehr als 6.100 Muster und bestehen aus einer Kulturkartoffel-Sammlung mit 2.750 Sorten, Landrassen und Zuchtstämmen (KKS), einem Sortiment kurztagsangepasster Kultur-Genotypen aus der Anden- und Äquatorregion (AKS, 550 Akzessionen) sowie aus einer über 130 Arten umfassenden Sammlung wilder und kultivierter Arten Süd- und Mittelamerikas mit 2.850 Populationsmustern ([link]WKS).

 

Die Erhaltung/Vermehrung der Kulturkartoffeln erfolgt vegetativ, zum größten Teil im Labor mittels In vitro-Kultur, zum Teil aber auch im Feld (hier u.a. Evaluationen, Kontrollen der Sortenreinheit und Knollenproduktion zur Abgabe an Interessenten). Zusätzlich wird durch die IPK-Arbeitsgruppe ‚ [link]Cryo- und Stressbiologie' (Gatersleben) die Kryo-Konservierung als weitere Erhaltungstechnik angewendet. Die Fortführung der Wildarten findet generativ über die Erzeugung von Samen im Gewächshaus statt; die Lagerung des Saatgutes erfolgt bei 4°C vor Ort sowie als Sicherheitsduplikate im globalen Saatguttresor Svalbard/Norwegen bzw. in Malchow/Poel.

 

In Zusammenarbeit mit dem Julius Kühn-Institut (Groß Lüsewitz bzw. Kleinmachnow) sowie dem Pflanzenschutzdienst Rostock werden Resistenzuntersuchungen bezüglich wichtiger Krankheits- und Schaderreger der Kartoffel durchgeführt (v.a. Globodera pallidaPhytophthora infestansSynchytium endobioticum), die entsprechenden Ergebnisse sind via Internet bzw. auf Anfrage abrufbar.

Bezüglich des Gesundheitszustandes wird das gesamte Kartoffel-Sortiment in Zusammenarbeit mit den zuständigen Pflanzenschutzämtern systematisch und in regelmäßigen Abständen auf Quarantäne-Krankheiten getestet. Daneben werden spezielle Maßnahmen zur Virus-Eliminierung in vitro durchgeführt. Beim Feldanbau wird das Vorkommen latenter Viren (PVS, zum Teil PVX) in einem gewissen Maß toleriert, was bei Bestellungen von Knollen berücksichtigt werden sollte.

 

Für Privatinteressenten stehen in der Regel nur Kultur-Knollen, jedoch kein in vitro- oder Kryo-Material zur Verfügung (Liste aller verfügbaren Kultur-Muster siehe [link]hier). Generell muss bei der gebührenpflichtigen Materialabgabe eine englischsprachige, sogenannte Standard-Material-Transfervereinbarung ([link]SMTA) zwischen dem Empfänger und dem IPK abgeschlossen werden; dies kann durch Setzen eines Häkchens bei einer online-Bestellung über das Genbank-Informationssystem [link]GBIS des IPK erfolgen oder in Papierform.

 

Detaillierte Passport- und Evaluationsdaten werden protokolliert und sind teilweise via [link]GBIS über das Internet zugänglich (weitere Informationen zu allen drei Kartoffel-Sortimenten: [link]GLKS-Internetseite).