Gaterslebener Forschungspreis

Wissenschaftliche Leistungen erfordern Kontinuität. Erfolg in der Zukunft basiert auf der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses von heute. Vor diesem Hintergrund vergibt die Gemeinschaft zur Förderung der Kulturpflanzenforschung Gatersleben e.V. gemeinsam mit dem IPK zweijährig den Gaterslebener Forschungspreis. 

 
Mit diesem Preis wird in jedem zweiten Jahr die beste Dissertation auf dem Gebiet der Kulturpflanzenforschung prämiert. Erkenntnisse zur Struktur, Funktion und Evolution des Erbmaterials sowie insbesondere die Erforschung und Erhaltung der erblichen Vielfalt der Kulturpflanzen sollten Inhalt der Arbeit sein. Der mit 2500 Euro dotierte Preis wird an allen deutschen Forschungsstätten, insbesondere den Universitäten ausgeschrieben. 

Die aktuelle Ausschreibung 2016 finden Sie [link]hier.

 

Verleihung des Gaterslebener Forschungspreises im Jahr 2016

Gatersleben, 10.10 2016: Der Gaterslebener Forschungspreis geht im Jahr 2016 an den Agrarwissenschaftler Dr. Matthias Jost vom Leibniz-Institut Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) für seine Doktorarbeit, in der er sich mit der Klonierung von zwei Genen bei der Gerste, welche an der Ausprägung verschiedener pflanzenmorphologischer Merkmale beteiligt sind, befasste.

 

Herr Dr. Jost fertigte seine Doktorarbeit in der Arbeitsgruppe „Genomdiversität“ des IPK in Gatersleben zum Thema „Cloning of the plant development regulatory genes MANY NODED DWARF (MND) and LAXATUM-A (LAX-A) by taking advantage of animproved barley genomics infrastructure“ an und verteidigte sie im Januar 2016 erfolgreich am Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

 

„Mit seiner Arbeit liefert Matthias Jost wichtige Beiträge zur Aufklärung der Struktur, Funktion und/oder Evolution von Gerstengenen“, betont Professor Dr. Andreas Graner, Leiter der Arbeitsgruppe „Genomdiversität“ und Geschäftsführender Direktor des IPK. Die hohe Qualität seiner Arbeit spiegelt sich auch in zwei Publikationen wider, die aus seiner Dissertation hervorgingen und in hochangesiedelten Fachzeitschriften erschienen:

  • Jost, M.*, Taketa, S.*, Mascher, M., Himmelbach, A., You, T., Shahinnia, F., Rutten, T., Druka, A., Schmutzer, T., Steuernagel, B., Beier, S., Taudien, S., Scholz, U., Morgante, M., Waugh, R., Stein, N. A homolog of Blade-On-Petiole 1 and 2 (BOP1/2) controls internode length and homeotic changes of the barley inflorescence. Plant Physiol. (2016). Epub ahead of print: dx.doi.org/10.1104/pp.16.00124
  • Mascher, M.*, Jost, M.*, Kuon, J.E., Himmelbach, A, Assfalg, A., Beier, S., Scholz, U., Graner, A. & Stein N.: Mapping-by-sequencing accelerates forward genetics in barley. Genome Biology 15 (2014) R78.

Darüber hinaus bewarb sich Mathias Jost während seiner Tätigkeit als Doktorand bereits erfolgreich um zwei Posterpreise, die ihm 2013 in Potsdam auf dem PLANT 2030 Status Seminar und 2014 in Gatersleben auf der „10th Plant Science Student Conference“ 2014 verliehen wurden.


Die Preisträger seit 1996

Gaterslebener Forschungspreis 2014:

Dr. David Heckmann (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) für seine Doktorarbeit zum Thema „Mathematical modelling of metabolism applied to the evolution of photosynthesis“.

Gaterslebener Forschungspreis 2012:

Dr. Tony Heitkam (Technische Universität Dresden) für seine Doktorarbeit zum Thema: „Das gemomische Profil von Retrotransposons in Beta vulgaris: Evolutionäre Konservierung und Diversität".

Gaterslebener Forschungspreis 2010:

Dr. Navreet K. Bhullar (Universität Zürich) für seine Doktorarbeit zum Thema: „Allele Mining and Sequence Diversity at the Wheat Powdery Mildew Resistance Locus Pm3".

Gaterslebener Forschungspreis 2008:

Dr. Hans-Peter Maurer (Universität Hohenheim, Stuttgart) für seine Doktorarbeit zum Thema: „Development and applications of Plabsoft: A computer program for population genetic data analyses and simulations in plant breeding".

Gaterslebener Forschungspreis 2006:

Dr. Stefan Abel (Georg-August-Universität Göttingen) für seine Doktorarbeit zum Thema "Resynthetisierter Raps als Modell zur Untersuchung der fixierten Heterosis bei alloploiden Pflanzen".

Gaterslebener Forschungspreis 2004:

Dr. Daniel Hofius (IPK Gatersleben) für seine Dissertation zum Thema "Identifizierung molekularer Faktoren des plasmodesmalen Makromolekül- und Assimilattransportes in Pflanzen".

Gaterslebener Forschungspreis 2002:

Dr. Tim Thurau (Universität Kiel) für seine Untersuchungen zur molekularen Regulation der Resistenz gegen den Rübennematoden Heterodera schachtii.

Gaterslebener Forschungspreis 2000:

Dr. Andrea Schiemann (Pajbjergfonden Plant Breeders Odder/Dänemark) für ihre Dissertation "Entwicklung PCR-basierter Marker für Resistenzgene gegen Gelbmosaikviren der Gerste und Erstellung einer hochauflösenden Kartierungspopulation für das Resistenzgen ym5".

Gaterslebener Forschungspreis 1998:

Dr. Ralf-Michael Schönfeld (Technische Universität München, Freising-Weihenstephan) für seine Dissertation "Identifizierung und molekulare Lokalisierung neuer Resistenzgenloci der Wildgerste (Hordeum vulgare ssp. Spontaneum) gegen Mehltau (Erysiphe graminis f.sp. hordei)".

Gaterslebener Forschungspreis 1996:

Olga Artzaenko (IPK Gatersleben) für ihre Arbeit "Immunmodulation of ABA activity in transgenic tobacco plants" und Dr. Guido Kriete (Universität Bielefeld) für seine Dissertation "Induzierbare männliche Sterilität in transgenen Tabakpflanzen".