< Das IPK präsentiert sich am 10. Mai 2016 auf der IKOM Life Sciences
03.05.2016 07:54 Alter: 4 yrs

"Wissenschaftliche Träume und politische Realitäten - Zur Zukunft der Innovation in der Pflanzenzüchtung".

Öffentliche Vortragsveranstaltung am Dienstag, den 3. Mai 2016 ab 18:30 Uhr im Palais Saalfeld, Kornmarkt 6, 06484 Quedlinburg


Abstract:

Die Wissenschaft irritiert die Gesellschaft. Das kann zu allergischen Reaktionen führen, wenn neues Wissen Wertvorstellungen in Frage stellt, die in unserer Kultur hochgehalten werden, oder wenn Grenzen unseres technischen Könnens eingerissen werden, die uns bislang zwar eingeschränkt, aber auch beruhigt haben, weil sie uns Handlungszwänge und Entscheidungskonflikten erspart haben. Wäre es nicht besser, manches nicht zu wissen und nicht zu können!?  Der Appell ist ebenso hilflos wie chancenlos. Was man wirksam regulieren kann, ist dagegen die Anwendung neuen Wissens. Ob technische Möglichkeiten in technische Wirklichkeit übersetzt werden, wird in gesellschaftlichen Konflikten ausgehandelt, in denen die Wissenschaft eine Stimme unter vielen anderen ist – aber keineswegs dominiert. Im Gegenteil: Wissenschaftliche Rationalität kann in diesen Konflikten spektakulär ‚unter die Räder’ kommen. Dafür ist die Blockade der grünen Gentechnik in Europa – und speziell in Deutschland – ein beredtes Beispiel. Die unbestreitbar große Resonanz, die der Widerstand gegen die grüne Gentechnik gefunden hat, belegt, dass Nahrungsmittel in der Bevölkerung „als ganz besonderer Saft“ angesehen werden. Was auf den Esstisch kommt soll ethisch und politisch reguliert werden und nicht Märkten, Unternehmen und wissenschaftlicher Risikoprüfung überlassen werden. Ob sich das in absehbarer Zeit ändern wird, darüber kann man nur spekulieren. Vielleicht müsste die gentechnische Pflanzenzüchtung erst einiges von dem spektakulären Umwelt- und Verbrauchernutzen realisieren, der immer versprochen wurde, aber bisher ausgeblieben ist. Dass man solche Durchbrüche nicht herbeizaubern kann, spricht nicht dagegen, die Forschung fortzusetzen. Aber es spricht dagegen, auf ein baldiges Ende des aversiven Meinungsklimas und die Aufhebung von Innovationsblockaden zu hoffen. Die Veranstaltung findet im Rahmen der [link]Jahrestagung der Gesellschaft für Pflanzenbiotechnologie in Zusammenarbeit mit dem [link]Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung statt.