Publikation22.02.2019

Die Evolution des Kornertrags –

Genetische Basis für die Blütchenfruchtbarkeit des Weizens entschlüsselt

Zweifelsohne ist ein hoher Kornertrag eine anstrebenswerte Eigenschaft in Getreidearten. Blütchenfruchtbarkeit ist ein entscheidender Faktor, welcher die Anzahl der Körner pro Blütenstand in Getreiden mitbestimmt. Dennoch war bis vor Kurzem wenig über die genetischen Grundlagen von Blütchenfruchtbarkeit bekannt. Bei der Untersuchung dieses Faktors hat eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Japan, Deutschland und Israel nun in Weizen den Locus Grain Number Increase 1 (GNI1) entdeckt, welcher einen beachtlichen Einfluss auf die Blütenfruchtbarkeit hat. Obwohl das am Locus befindliche GNI-A1 Gen zu einem niedrigeren Kornertrag führt, zeigten die Forscher, dass dessen Mutation, ein Allel mit eingeschränkter Funktion, eine erhöhte Anzahl fruchtbarer Blütchen und einen gesteigerten Kornertrag zur Folge hat. Aufgrund dieses positiven Effekts wurde diese mutierte Genvariante im Laufe der Weizendomestikation selektiert und ist heutzutage in vielen Weizensorten mit hohem Kornertrag zu finden.[link] PM 04/2019


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The evolution of grain yield –

Decoding the genetic basis of floret fertility in wheat

A high grain yield is undoubtedly a desirable trait in cereal crops. Floret fertility is a key factor which determines the number of grains per inflorescence of cereals such as bread wheat or barley. Nonetheless, until recently little was known about its genetic basis. Whilst investigating floret fertility, a group of researchers from Japan, Germany and Israel have now discovered the locus Grain Number Increase 1 (GNI1), an important contributor to floret fertility. Even though the consequent gene GNI-A1 itself results in a lower grain yield, the researchers showed that its mutation, the reduced-function allele of GNI-A1, leads to an increased number of fertile florets and to a higher grain count. Due to this positive effect, the mutated allele has been under selection over the course of wheat domestication. [link] PR 04/2019

 

 

 

 

 

Publikation11.01.2019

Der südliche Weg der Gerste –
Herkunft der Qingke-Gerste in Tibet durch Genomsequenzierung geklärt

Gatersleben, 11.01.2019. Gerste ist eine der ältesten Kulturpflanzen und gilt sogar als die erste von Menschen angebaute Feldfrucht. Lange Zeit wurde vermutet, dass Tibet, neben dem fruchtbaren Halbmond im Nahen Osten, ein Ursprungsort dieser wichtigen Kulturpflanze sein könnte. Durch die Sequenzierung unterschiedlicher Gerstenmuster haben Forscher am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben in Kooperation mit zehn internationalen Forschungsinstituten nun aufzeigen können, dass die tibetanische Qingke-Gerste (Hordeum vulgare L.) tatsächlich von einer Gerste, welche im östlichen fruchtbaren Halbmond domestiziert wurde, abstammt und vor ca. 4.500 bis 3.500 Jahren durch Zentralasien über eine Südroute nach Tibet eingeführt wurde. [link] PM 03/2019

 

 

 

 

 

Ausgründung10.01.2019

Start für Ausgründung „Bioanalytics Gatersleben UG”
Spin-off des IPK nimmt Betrieb für biochemische Analytik auf

Gatersleben, 10.01.2019. Zuverlässige, schnelle und kostengünstige Analysen – das ist das Ziel der „Bioanalytics Gatersleben UG”, die zum Jahresbeginn 2019 ihren Dienstleistungsbetrieb aufgenommen hat. Das Ende 2018 als Spin-off aus dem Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) hervorgegangene Unternehmen bietet am Biotech-Standort Gatersleben Dienstleistungen auf dem Gebiet der biochemischen Analytik an. Dem Forschungsteam, darunter der wissenschaftliche Leiter des Unternehmens Dr. Mohammad-Reza Hajirezaei, ist es gelungen, eine Methode zu entwickeln, die besonders zuverlässige und – mit einer Dauer von nur sechs Minuten – überaus schnelle Analysen löslicher Aminosäuren ermöglicht. Zudem will die Ausgründung damit die preiswerteste Methode auf dem Markt anbieten. Dabei beschränken sich die Wissenschaftler nicht nur auf Pflanzenmaterial, sondern untersuchen auch die Zusammensetzung und den Gehalt an primären und sekundären Aminosäuren, die von Proteinen oder Peptiden freigesetzt werden. [link] PM 02/2019

 

 

 

 

 

Publikation07.01.2019

Zuckerlandschaft in der Pflanze -
Neues bildgebendes Verfahren zur quantitativen Visualisierung von Saccharose in Pflanzen entwickelt

Saccharose ist die primäre Transportform von Zuckern in Pflanzen. Sie spielt damit eine essenzielle Rolle als Energiequelle, aber auch als Signalgeber bei Stress. Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben haben ein neuartiges Verfahren zur Visualisierung von Saccharose auf einer bisher noch nicht erreichten mikroskopischen Ebene entwickelt. Durch diese neue Technologie kann die Zuckerkonzentration in verschiedenen, pflanzlichen Geweben exakt bestimmt werden. Somit steht Forschern ein neues Präzisionswerkzeug zur Untersuchung von Zuckertransport und Ertragspotenzialen in Kulturpflanzen zur Verfügung. [link] PM 01/2019