Kryokonservierung

Die Kryokonservierung wird routinemäßig in der Genbank zur Erhaltung von ausschließlich vegetativ zu vermehrendem Pflanzenmaterial angewandt. Bei dieser Erhaltungsform werden hier neben Bildungsgeweben (Meristemen), auch Pollen und Pflanzenembryonen präpariert und unter flüssigem Stickstoff bei -196°C gelagert. Aufgrund der Tiefsttemperaturen wird von einer Stagnation sämtlicher Stoffwechselvorgänge ausgegangen, die die Vitalität der Zellen für einen faktisch unbegrenzten Zeitraum aufrechterhält.

 

Für die Kryokonservierung von Pflanzen steht ein breites Methodenspektrum zur Verfügung, welches langsame und schnelle Einfrierprotokolle umfasst. Für die Kryokonservierung von pflanzlichen Organen und Geweben haben sich schnelle Methoden durchgesetzt, in denen der  Eiskristallbildung durch Wasserentzug und -austausch mit hochkonzentrierten Kryoprotektorlösungen entgegen gewirkt wird. Diese werden am IPK durch die Vitrifikationsmethoden bei Kartoffeln, Minze und Allium repräsentiert.

 

Das Gaterslebener Kryosortiment umfasst derzeit einen Bestand von mehr als 2.029 Pflanzenmustern (Stand 31.10.2018), die als Duplikate in Gatersleben und extern gelagert werden. Trotz des weltweiten Erfolges der Kryokonservierung sind Stoffwechselvorgänge und Mechanismen während des Einfrierens und Auftauens noch nicht im Detail untersucht und eröffnen der Arbeitsgruppe ein weites Forschungsfeld.