GBIS: Genbankinformationssystem

Das [link]Genbankinformationssystem (GBIS) ist die zentrale Software für die Verwaltung der Akzessionen in der Genbank. Über das Teilsystem GBIS/M werden alle Informationen in das System eingepflegt sowie die Lagerung, Vermehrung, Kontrolle und der Versand von Saat- und Pflanzgut durch die Sortimentsgruppen der Genbank organisiert. Das zweite Teilsystem, GBIS/I, bietet über die Webseite weltweiten Zugriff auf die Passportdaten der 150.927 Akzessionen (Stand: 05.11.2018) - Angaben zur Identität, Geschichte, geographischen Herkunft und botanischen Zuordnung des Materials - einschließlich der Teilsammlungen Nord in Groß-Lüsewitz (Kartoffeln) und Malchow/Poel (Öl- und Futterpflanzen). Darüber hinaus dient es als Bestellsystem für Genbankmaterial.

Zunehmend werden auch Charakterisierungs- und Evaluierungsdaten (C&E-Daten) ausgewählter Pflanzenarten über GBIS/I veröffentlicht.

Genbankdaten werden im EURISCO-Format für internationale PGR-Datenbanken bereitgestellt. Über eine Web-Schnittstelle sind die Passportdaten der Genbank auch in das Biodiversitäts-Netzwerk [link]GBIF (Global Biodiversity Information Facility) integriert.

Die Entwicklung von GBIS begann im Projekt Genbankzusammenführung (2002-2006) und wird seither mit Haushaltsmitteln des IPK fortgeführt. GBIS löste die Vorgängersysteme in Gatersleben (seit Ende der 1980er Jahre), Malchow (seit 1992) und Groß Lüsewitz sowie das frühere Internetportal der Genbank (1996-2006) ab. Mit der Übernahme der Braunschweiger Sammlung (2002-2006) wurden auch die Daten aus dem dortigen Dokumentationssystem übernommen.

Die Ag DOK ist bestrebt, GBIS fortwährend an neue fachliche und technische Erfordernisse anzupassen. Eine grundlegende Überarbeitung der Front-End-Systeme ist in Arbeit.

GBIS wird unter Verwendung von Oracle-Framework-Techniken entwickelt.

GBIS/I: Internet-basiertes Such- und Bestellsystem der Genbank

Seit Mitte 2006 ist das zweisprachige Internet-basierte Such- und Bestellsystem [link]GBIS/I (I=Information, Internet) verfügbar. Externe Nutzer können Informationen über das Genbankmaterial in Form von Passport- und C&E-Daten auf unterschiedliche Weise abfragen und herunterladen.

Mittels eines Warenkorbsystems kann Saat- und Pflanzgut sowie in vitro gelagertes Material aus der Genbank bestellt werden. Dabei erfolgt die Unterzeichnung des Standardised Material Transfer Agreements (sMTA) im Click-Wrap-Verfahren.

Über GBIS/I erfolgt ein großer Teil (derzeit ca. 85 %) der Saatgutbestellungen.

GBIS/M: Internes Managementsystem der Genbank

GBIS/M zentralisiert die Datenhaltung der Genbank und unterstützt die Prozesse der täglichen Arbeit der Genbankmitarbeiter. Es bietet neben den prozessbegleitenden Funktionen umfangreiche Möglichkeiten für Recherchen und das genbankinterne Datenmanagement. GBIS/M umfasst insbesondere die folgenden Bereiche:

  • Passportdatenmanagement
  • Saatgutmanagement (barcodegestützt)
  • Anbauvorbereitung
  • Verwaltung taxonomischer Daten
  • Bestellwesen (inklusive Gebührenerhebung)
  • Verwaltung von C&E-Daten
  • Keimfähigkeitsprüfung und Bestimmung der Tausendkornmasse
  • Leistungsfähige Such- und Gruppierungsfunktion (Listenverwaltung)
  • Druck- und Reportfunktionen (z.B. Feld- und Herbaretiketten, Aussaatlisten, Feldbuchblätter).

Die beim Erhaltungsanbau gewonnenen Charakterisierungs- und Evaluierungsdaten (Bonituren) werden in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Ressourcengenetik und Reproduktion laufend erfasst. Hierzu wird auf mobilen Endgeräten (Pocket PCs, Tablets) das Teilsystem GBIS/B (B=Bonitur, Beobachtung) eingesetzt.

 

M. Oppermann, S. Weise, C. Dittmann, H. Knüpffer (2015) [link]GBIS – The Information System of the German Genebank. Database (Oxford), 2015:bav021.