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IPK Leibniz-Institut/ J. Himpe
Nils Stein hatte zum Abschiedssymposium für Andreas Börner, Frank Blattner und Evelin Willner eingeladen.
100 Jahre Institut - und ein pangalaktisches Genbankanbauprogramm

Festredner aus Deutschland, Dänemark und der Schweiz, eine Laudatio in eigener Sache und eine Star-Wars-Parodie zur „Galaktischen Genbank“ des IPK Leibniz-Institutes: Keine Frage, das Abschiedssymposium für Evelin Willner, Andreas Börner und Frank Blattner Ende November hatte einiges an Höhepunkten und Überraschungen zu bieten.

Eine „Laudatio der wohl eher ungewöhnlichen Art“ kündigte Nils Stein, Leiter der Abteilung „Genbank“, an und bat Frank Blattner auf die Bühne des Hörsaals. Und der hatte auch gleich eine Erklärung für die Laudatio parat, in der er selbst seine insgesamt 27 Jahre am Institut Revue passieren ließ. Möglicherweise sei er im Laufe der Zeit einigen Kolleginnen und Kollegen auf die Füße getreten, die er jetzt nicht um eine Laudatio bitten wolle. Krokusse, Kürbisse, Safran, Ameisen - und natürlich Gerste: Die Vielfalt der Pflanzen, Tiere und Gewürze, mit denen sich der langjährige Leiter der Arbeitsgruppe „Experimentelle Taxonomie“ beschäftigt hat, ist ebenso groß wie seine Neugier, die zugleich Antrieb für seine zahlreichen Sammelreisen war.

Mit großer Leidenschaft und Begeisterung habe auch Evelin Willner 33 Jahre lang am Institut gearbeitet, betonte Beat Boller, Futterpflanzen-Experte aus der Schweiz, in seiner Laudatio auf die langjährige Kuratorin der Öl- und Futterpflanzen. „Du hast das Mini-Fürstentum Malchow als Königin sehr gut durch manch einen Sturm manövriert und es dabei gut verstanden, auch die Politik einzuspannen.“ Evelin Willner habe sich nicht nur in Malchow um „ihre“ Sortimente gekümmert, sondern sei auch gerne zu Sammelreisen aufgebrochen. Die erste Sammelreise führte sie 1993 nach Polen, die letzte 2017 in die Schweiz. 

Andreas Börner hat sogar 40 Dienstjahre am Institut verbracht - und damit können alle drei Jubilare zusammen auf 100 Jahre zurückschauen! Die Arbeit des langjährigen Leiters der Arbeitsgruppe „Ressourcengenetik und Reproduktion“ wurde aber auch international sehr geschätzt, sagte Ulrike Lohwasser in ihrer Laudatio. So ist Andreas Börner u.a. Mitglied der Ungarischen und Indischen Akademie der Wissenschaften und war seit 2020 Präsident von EUCARPIA, der Europäischen Gesellschaft für Züchtungsforschung.

Doch Andreas Börners Arbeit und auch seine Persönlichkeit wurden nicht nur in der Laudatio von Ulrike Lohwasser gewürdigt, sondern auch im sehr persönlichen Festvortrag von Svetlana Misheva, Mitglied der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften. „Ich habe von Andreas Börner aber auch als Person viele wichtige Dinge gelernt, u.a., wie wichtig es ist, Brücken über Grenzen hinweg zu bauen.“

Torben Asp, Wissenschaftler der Universität Aarhus (Dänemark), stellte in seinem Festvortrag für Evelin Willner nicht nur die Arbeit des „Nordic Genetic Resource Centers“ (NordGen) vor, sondern auch zwei konkrete Projekte, eines zur Sojabohne und eines zum Weidelgras. 

„Der Geruch von Frauenschuhen“ war wiederum der spannende Titel des Festvortrages von Gudrun Kadereit, den die Wissenschaftlerin der Ludwig-Maximilian-Universität in München für Frank Blattner hielt. Sie erläuterte, wie die Bestäubung einer speziellen Orchideenart über den Geruch funktioniert.

Den Abschluss des Symposiums bildete eine Stars-Wars-Parodie über die Arbeit der „Galaktischen Genbank“ des Institutes. Drei Samen sorgen dort für Unruhe. Extrakte der Muster mit den passenden Sortennamen „Master Börnoda“, „Evi W Kenobi“ und „Frank Chewbacchacrocus“ werden analysiert und die Ergebnisse dem Leiter der Galaktischen Genbank übergeben. Und der entscheidet, die drei Samen für ein „Pangalaktisches Genbankanbauprogramm“ zu verwenden und in alle Ecken der Galaxis zu versenden.

Am Ende des Symposiums, das vom „Coin Hill Swing Duett“ aus Quedlinburg musikalisch begleitet wurde, glaubt Nils Stein, dass dieser „galaktische“ Film nach dem Drehbuch von Manuela Nagel nicht zum letzten Mal am IPK über die Leinwand gelaufen ist.