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IPK Leibniz-Institut
Die "Nitrogen 2026" findet vom 23. - 27. August am IPK statt.
„Countdown“ für die Nitrogen 2026

In wenigen Tagen startet die Stickstofftagung „Nitrogen 2026“ am IPK. Was aktuell noch zu tun ist, welche Erwartungen er hat und warum das Thema so wichtig ist, erklärt Ricardo Giehl, der neben Hannah Schneider und Nicolaus von Wirén zum Organisationskomitee gehört.

Wer nimmt an der Nitrogen 2026 teil?

Wir freuen uns auf fast 100 Teilnehmer aus 20 Ländern, darunter den USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Norwegen, Chile, Neuseeland, Australien und Japan. Die beiden größten Delegationen mit jeweils 20 Personen kommen aus Deutschland und China. Das Programm mit neun Keynotes umfasst sechs Themenfelder und bringt zahlreiche weltweit führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Stickstoffversorgung sowie eine starke Gruppe von Nachwuchstalenten zusammen.

Warum ist dieses Thema relevant?

Stickstoff ist für den Ertrag und die Qualität von Nutzpflanzen essenziell. Die Herstellung von Stickstoffdünger ist aber stark von fossilen Brennstoffen abhängig, führt zu Emissionen von Treibhausgasen und macht die Lieferketten, wie aktuell in der Straße von Hormus, sehr anfällig für geopolitische Erschütterungen. 

Gleichzeitig nutzen Nutzpflanzen Stickstoff eher ineffizient, sodass ein großer Teil aus den landwirtschaftlichen Böden entweicht, Gewässer verschmutzt und natürliche Ökosysteme gestört werden. Das macht Stickstoffdünger sowohl ökonomisch als auch ökologisch kostspielig. 

Was wird präsentiert und diskutiert?

Auf der Konferenz werden wir vier Tage lang die neuesten Erkenntnisse zu den genetischen Faktoren diskutieren, die die Stickstoffernährung von Pflanzen steuern. Die Spanne reicht von der Stickstoffaufnahme in den Wurzeln über den Transport und die Signalübertragung bis zum Stoffwechsel und zur abschließenden Einlagerung in Samen. 

In den Vorträgen geht es um die molekularen Akteure, einschließlich Stickstofftransportern, Transkriptionsfaktoren und Signalnetzwerken, aber auch um die Wurzelsystemarchitektur. Ein Schwerpunkt widmet sich der Frage, wie Wurzelexsudate und Rhizosphären-Mikrobiome und Pflanzen dabei helfen, um den Stickstoff im Boden zu stabilisieren und verfügbar zu machen. 

Wir werden aber auch sehen, wie Systembiologie und KI die Forschung beschleunigen, und erfahren das Neueste über die Züchtung und Entwicklung von Nutzpflanzen, die Stickstoff effizienter nutzen. Ziel muss es sein, die wissenschaftlichen Erkenntnisse für eine deutlich nachhaltigere Landwirtschaft zu nutzen.

Was gibt es kurz vor dem Start noch zu tun?

Trotz monatelanger Vorbereitung müssen auch jetzt noch Dinge erledigt werden. Dazu gehört der Druck des Tagungsbandes, aber auch ein Test der Technik und der Abläufe im Hörsaal.  Außerdem wollen wir noch eine WhatsApp-Gruppe mit allen Organisatoren und Helferteams einrichten, damit wir bei Problemen schnell reagieren können. Persönlich freue ich mich, dass es nach der langen Vorbereitung am Sonntagabend in der „Schlossmühle“ in Quedlinburg mit der Begrüßung von Nicolaus von Wirén und der Keynote von Wim de Vries endlich losgeht. 

Worauf freust du dich besonders?

Ich freue mich darauf, mehr über neue molekulare Mechanismen bei der Stickstoffaufnahme aus dem Boden und dessen effiziente Verteilung auf stickstoffbedürftige Prozesse in Pflanzenzellen zu erfahren. Und auch, zu sehen, wie Forscherinnen und Forscher Nutzpflanzen züchten und testen, die mit weniger Stickstoff denselben Ertrag liefern.

Bei den Keynote Speakern bin ich auf Chengcai Chu aus China gespannt. Er ist einer der Spitzenforscher in meinem direkten Forschungsbereich und war Mitte der 1990er Jahre auch am IPK tätig. Bisher habe ich ihn noch nie persönlich kennengelernt.

Was steht neben 40 Vorträgen und 30 Posterpräsentationen noch auf dem Programm?

Wir unternehmen Stadtführungen in Quedlinburg und Wernigerode, stellen bei Touren am IPK unsere herausragende Forschungsinfrastruktur vor - von der Genbank über die Sequenzierung bis zur Mikrophenomik-Plattform und von der PhänopSphäre bis zur NMR-Technologie. Auf die Campus-Touren folgt ein gemeinsames Barbecue am IPK.

Alle Infos:

https://events.ipk-gatersleben.de/nitrogen2026/start

Die Stickstoff-Titelthema aus dem IPK-Journal:

https://story.ipk-gatersleben.de/2026-01-IPKJournal-Stickstoff