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Leibniz-Gemeinschaft
In der aktuellen Förderrunde unterstützt die Leibniz-Gemeinschaft insgesamt 26 Projekte.
IPK mit Erfolg im Leibniz-Wettbewerb

Das IPK Leibniz-Institut (IPK) war im diesjährigen Leibniz-Wettbewerb erfolgreich. Zwei Projekte - eines unter Führung, eines unter Beteiligung des IPK - sind jetzt vom Senat der Leibniz-Gesellschaft für eine Förderung mit jeweils einer Million Euro ausgewählt worden.

Im ersten Projekt mit dem Titel „Molecular adaptation of barley to climate change-induced elevated temperature“ wird untersucht, wie und warum Gerste auf steigende Temperaturen reagiert - ein entscheidender Baustein für mehr Widerstandsfähigkeit in Zeiten des Klimawandels. Koordinator ist Jozefus Schippers, Leiter der Arbeitsgruppe „Samenentwicklung“ am IPK. Juniorpartner ist das Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) in Halle an der Saale, das mit Tina Romeis und Lennart Wirthmüller im Projekt vertreten ist.

„Wir benötigen ein besseres Verständnis der molekularen und genetischen Prozesse, die in Gerste als Anpassung auf einen Temperaturanstieg ablaufen, um so zukünftigen negativen Einflüssen entgegenwirken zu können“, sagt Jozefus Schippers, der das Projekt gemeinsam mit Jiaying Zhu konzipiert hat. „Und wir sind fest davon überzeugt, dass wir hier am IPK über einzigartige Möglichkeiten verfügen, um diese Herausforderung anzugehen und damit einen Beitrag für die künftige Ernährungssicherheit zu leisten“, sagt der Arbeitsgruppenleiter, der sich auf die verstärkte Zusammenarbeit mit dem IPB freut.

Auch im Projekt PACE (Exploring Poaceae Antimicrobial Compound Evolution through the barley diterpenoid biosynthesis gene cluster) kooperieren beide Institute - dieses Mal unter Führung von Alain Tissier vom IPB. Erforscht werden soll, wie sich in Gerste und Wildgräsern vorkommende natürliche, bioaktive Substanzen zur Entwicklung neuer Pflanzenschutzmittel gegen Pilzkrankheiten nutzen lassen. „Das Projekt bringt die Stärken beider Institute in den Bereichen Metabolom- und Genomanalyse in den Getreiden und wildverwandten Gräsern optimal zusammen“, erklärt Nils Stein, Leiter der Abteilung „Genbank“ am IPK. 

„Unser Ziel ist es, die genetische Vielfalt und die Pangenominformationen für Gerste und verwandte Gräser, die in der Forschungsinfrastruktur der Bundeszentralen Ex-situ-Genbank am IPK vorhanden sind, systematisch auf Stoffwechselwege zu filtern, die an der unspezifischen Abwehr pilzlicher Schadorganismen beteiligt sind“, erklärt Nils Stein. „Damit heben das IPB und das IPK das große Potenzial pflanzengenetischer Ressourcen für die zukünftige Pflanzenzüchtung.“

„Durch die Förderung beider Projekte können wir die strategische Zusammenarbeit zwischen dem IPK und IPB deutlich verstärken. Wir setzen dabei nicht nur unsere Infrastrukturen, also Genbank und MetaCom-Zentrum, in gegenseitigem Nutzen ein, sondern kombinieren auch Fachgebiete und Methoden auf neuartige Weise“, sagt Nicolaus von Wirén. „Dies verspricht neuartige und tiefere Einblicke in die Regulation von Signalprozessen, die Mechanismen der abiotischen und biotischen Stresstoleranz steuern“, so der Geschäftsführende Direktor des IPK.

Insgesamt können sich gleich drei der fünf Leibniz-Institute in Sachsen-Anhalt über eine Förderung von jeweils einer Million Euro freuen. Neben IPK und IPB war auch das Leibniz-Institut für Neurobiologie LIN in Magdeburg erfolgreich.

„Das Rekordergebnis im diesjährigen Leibniz-Wettbewerb ist ein weiterer Beleg für die Zukunftsfähigkeit unserer Wissenschaftslandschaft. Ich gratuliere den Forschenden und wünsche ihnen sehr viel Erfolg bei ihren wegweisenden Projekten“, so Armin Willingmann, Wissenschaftsminister in Sachsen-Anhalt. 

Im Leibniz-Wettbewerb werden die strategischen Ziele der Leibniz-Gemeinschaft im Rahmen des Paktes für Forschung und Innovation adressiert. Die Maßnahmen motivieren, Forschung und Forschungsinfrastrukturen auf höchstem Niveau zu betreiben und die resultierenden Erfolge sichtbar zu machen. Mit seinen befristeten Förderungen setzt der Leibniz-Wettbewerb Anreize zur weiteren Profilbildung der Leibniz-Gemeinschaft. In der aktuellen Runde wurden 26 Projekte bewilligt, die in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 24 Millionen Euro gefördert werden.

Mehr Infos:

https://www.leibniz-gemeinschaft.de/forschung/leibniz-wettbewerb

https://www.leibniz-gemeinschaft.de/forschung/leibniz-wettbewerb/gefoerderte-vorhaben