Alle zwei Jahre vergibt die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) bei ihren Feldtagen den Wilhelm-Rimpau-Preis für Nachwuchswissenschaftler. Mit Lars Erik Thomsen ist dieses Jahr erneut ein junger Forscher des IPK unter den Preisträgern.

Lars Erik Thomsen ist am Dienstag für seine Masterarbeit von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ausgezeichnet worden. Bei der Vergabe des Wilhelm-Rimpau-Preises kam er auf den mit 2.000 Euro dotierten ersten Platz. Die Arbeit mit dem Titel „Integrating genomic predictions into an applied wheat breeding program” reichte der 31-Jährige an der Universität Hohenheim ein. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Jochen Reif, Leiter der Abteilung „Züchtungsforschung“ am IPK.
Nach seiner Ausbildung zum Agrarwissenschaftlichen Assistenten studierte Lars Erik Thomsen Agrarwissenschaften. Seinen Bachelor schloss er 2022 an der Fachhochschule Kiel ab, seinen Master 2024 an der Universität Hohenheim. Anschließend arbeitete er ein Jahr lang als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der NPZ Innovation GmbH. Seit Juli 2025 promoviert er an der Justus-Liebig-Universität Gießen in der Professur für Biometrie und Populationsgenetik.
In seiner Arbeit untersuchte Lars Erik Thomsen, wie phänotypische und genotypische Daten eines kommerziellen Winterweizenzuchtprogramms optimal kombiniert werden können, um die Vorhersagefähigkeit genomischer Modelle zu maximieren. Die Studie umfasste drei Zuchtgenerationen mit unterschiedlicher Populationsgröße und Prüfintensität sowie vier Merkmale mit unterschiedlicher genetischer Architektur: den Kornertrag, die Pflanzenhöhe, den Proteingehalt und die Gelbrostresistenz. „Lars Erik Thomsen konnte in seiner Arbeit überzeugend darlegen, dass eine größere Trainingspopulation nicht eine geringe Qualität phänotypischer Daten kompensieren kann“, sagte Prof. Dr. Jochen Reif. „Erkenntnisse, die für die Praxis von großer Bedeutung sind.“
Die Arbeit wurde mit der Bestnote 1,0 bewertet und ist auch in der renommierten Fachzeitschrift „Theoretical and Applied Genetics“ veröffentlicht. „Mit dem Preis der DLG wird ein Nachwuchszüchter gewürdigt, der wissenschaftliche Exzellenz mit praxisorientiertem Denken verbindet“, sagte Prof. Dr. Jochen Reif.
„Dass meine Masterarbeit vom Preiskomitee der DLG ausgezeichnet worden ist, ist eine große Ehre und lässt viele späte Stunden am Schreibtisch in Vergessenheit geraten“, sagte der 31-jährige Preisträger. „Mein langfristiges Ziel ist es, als Pflanzenzüchter in einem Züchtungsunternehmen zu arbeiten, um an der Entwicklung ertragreicher und stabiler Kulturpflanzensorten mitzuwirken und zur wirtschaftlichen Stärkung der Landwirtschaft beizutragen.“
Der Wilhelm-Rimpau-Preis ist ein Nachwuchsförderpreis der DLG. Die Auszeichnung ist nach dem „Vater der deutschen Pflanzenzüchtung“ und Gründer der Saatzuchtabteilung der DLG benannt. Der Preis würdigt innovative und praxisrelevante Bachelor- und Masterarbeiten in der Pflanzenproduktion, die im Sinne Wilhelm Rimpaus Fortschritte für die Landwirtschaft ermöglichen. Unter allen eingegangenen Bewerbungen werden die drei besten Arbeiten von einer Fachjury ausgewählt und während der DLG-Feldtage ausgezeichnet. Im Jahr 2022 war mit Johannes Schneider bereits ein Nachwuchsforscher des IPK unter den Preisträgern.
Neben Lars Erik Thomsen wurden in diesem Jahr auch Pauline Toffel von der Technischen Universität Braunschweig als Zweitplatzierte und Peter Pütz von der Fachhochschule Südwestfalen Soest als Drittplatzierter ausgezeichnet. Ihre Urkunden erhielten die drei Preisträger von DLG-Präsident Hubertus Paetow. Insgesamt gab es 25 Bewerbungen. Die DLG-Feldtage finden dieses Jahr auf dem Veranstaltungsgelände des Internationalen DLG-Pflanzenbauzentrums (IPZ) in Bernburg im Salzlandkreis statt.
Weitere Infos:
https://www.dlg-feldtage.de/de/programm/wilhelm-rimpau-preis
https://www.dlg.org/detail/wilhelm-rimpau-preis-preistraeger-wurden-auf-dlg-feldtagen-ausgezeichnet