Am Mittwochabend ist der Rudolf-Mansfeld-Preis 2025 verliehen worden. Die mit 1.500 Euro dotierte Auszeichnung ging dabei an Zsa Zsa Boyny, Doktorandin an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Das Preisgeld stammt von der Gemeinschaft zur Förderung der Kulturpflanzenforschung Gatersleben e.V.

„Mit ihrer herausragenden Masterarbeit zum Thema „Genetic mapping of a chemically induced pendant awn mutant in barley (Hordeum vulgare)“ hat sie einen wichtigen Beitrag zur Bildung zwischen der Forschung an künstlich induzierten und natürlich auftretenden Sequenzvariationen bei Gerste geleistet“, erklärte Viktor Korzun in seiner Laudatio. „Ich gratuliere Ihnen gewissermaßen in doppelter Funktion: Zum einen als Vorsitzender der Fördergemeinschaft, zum anderen als ein Genetiker, der sich selbst mit den genetischen Ressourcen von Pflanzen auseinandersetzt und der hier staunend vor den Entdeckungen Ihrer Masterarbeit steht“, betonte der leitende Mitarbeiter des Züchtungsunternehmens KWS SAAT SE & Co. KGaA.
„Zsa Zsa Boyny charakterisiert in ihrer Masterarbeit am IPK Leibniz-Institut eine Ährenmutante aus der Gerste. Die Arbeit ist sehr logisch und linear aufgebaut und beinhaltet alle Aspekte der zugrundeliegenden Arbeit. Das reicht von der genetischen Analyse über die morphologische Analyse der Mutante unter Nutzung verschiedener Methoden bis hin zur Identifizierung des Kandidatengens“, heißt es in einem der Gutachten.
„Die Arbeit der Preisträgerin stellt eine überzeugende Fallstudie dar. Sie zeigt, wie die gezielte Kombination aus moderner DNA-Sequenzanalyse mit Mutagenese und genetischer Kartierung zur Identifizierung und Isolierung von Genen, selbst in komplexen Genomen, wie dem der Gerste, führen kann“, so die Einschätzung in einem weiteren der insgesamt drei Gutachten.
„Während meiner Masterarbeit am IPK, bei der ich von Nils Stein betreut wurde, hatte ich die Möglichkeit, mit einer Vielzahl von Techniken zu arbeiten - von Sequenzierungstechnologien über Gewächshausversuche hin zu mikroskopischen Untersuchungen. Dass diese Arbeit mit einem Preis ausgezeichnet wurde, bedeutet mir sehr viel“, sagt die Preisträgerin. Nach ihrem Agrarwissenschafts-Studium an der Georg-August-Universität Göttingen wechselte Zsa Zsa Boyny an die Justus-Liebig-Universität Gießen und ist dort seit April 2024 Doktorandin in der Gruppe von Rod Snowdon.
Aktuell forscht sie daran, die genetische Kopplung von Merkmalen in Sorghum aufzulösen, um letztlich Pflanzen mit großer Hitze- und Trockenheitstoleranz gewinnen zu können. Zur Preisverleihung am Mittwochabend wurde sie aus Australien zugeschaltet, wo sie an einem dreimonatigen Trainingsprogramm teilnimmt, das Teil einer Kooperation der Universität Queensland und der Universität Gießen ist.
Der Rudolf-Mansfeld-Preis wird bereits seit 1994 von der Gemeinschaft zur Förderung der Kulturpflanzenforschung Gatersleben e. V. für die beste Abschlussarbeit (Diplom/Master of Science) vergeben, die sich mit einem Thema aus dem Gebiet der Kulturpflanzentaxonomie oder der Erforschung der genetischen Ressourcen im weiteren Sinne befasst.
Die Auszeichnung ist nach dem Leiter der Abteilung Systematik und Sortiment Rudolf Mansfeld (1901-1960) des ehemaligen Zentralinstituts für Genetik in Gatersleben benannt. Mansfeld prägte die Arbeit mit genetischen Ressourcen in der Kulturpflanzenforschung. Das von ihm geschaffene integrierte Modell von Taxonomie und Genbankarbeit bestimmt auch heute noch die Arbeiten an genetischen Ressourcen am IPK.