Studierende der Leibniz Universität Hannover waren kürzlich für ein Praktikum am IPK. Was sie gemacht haben, wie die Verbindung entstanden ist und was er sich von der Kooperation erhofft, erklärt Hardy Rolletschek, Leiter der Arbeitsgruppe „Assimilat Allokation und NMR“.

Du hattest kürzlich eine Gruppe von Studierenden aus Hannover zu Gast. Was steckt dahinter?
Ich biete seit 2010 an der Leibniz Universität Hannover im Bachelor-Studiengang das Wahlpflichtmodul „Biologie der Samenentwicklung“ an. Dazu gehören zwei Vorlesungen in Hannover, im Anschluss eine Praxiswoche am IPK und am Ende eine Klausur. Vergangene Woche hatten wir wieder eine Gruppe von sechs Studierenden für ein einwöchiges Praktikum bei uns.
Wie sah das Programm aus?
Nach der Ankunft am Montag gab es eine Campusführung und ein Seminar zu NMR-Analytik. Am Dienstag haben Stefan Ortleb und Steffen Wagner den Studierenden die praktischen Aspekte der NMR-Technologie vorgestellt und zugleich die Grundlagen der Histologie vermittelt. Es ist wichtig, dass die Studierenden die Anatomie der Pflanzen kennen. Anna Backhaus hat den Studierenden die Genbank gezeigt. Mir ist es wichtig, dass die Studierenden auch das Herzstück des Instituts kennenlernen.
Wie ging es weiter?
Am Mittwoch und Donnerstag ging es um die Auswertung der gewonnenen NMR-Daten und um das Segmentieren. Dabei mussten die Studierenden am Rechner die Strukturen der Pflanzen nachzeichnen, die sie erkannt hatten. Letztlich geht es um eine 3D-Modellierung der Pflanze. Am Ende sind daraus kurze Videos entstanden. Zum Abschluss am Freitag mussten die Studierenden noch einen halbstündigen Vortrag halten. Darin sollten sie die NMR-Technologie, die Analyse der Proben und ihre Herangehensweise erklären.
Welche Pflanzen habt Ihr Euch mit den Studierenden genauer angeschaut?
Natürlich haben wir uns die klassischen Pflanzen angeschaut, die für die Forschung am IPK eine besondere Bedeutung haben, also Getreide, Hülsenfrüchte und Raps. Doch die Studierenden konnten auch eigene Pflanzen mitbringen. Das kam sehr gut an. Mit dabei waren ein Mini-Apfel und ein Ahornsamen, sowie die Blüte einer Hanfpflanze.
Wie ist die Verbindung nach Hannover entstanden?
Ausgangspunkt war ein gemeinsames Forschungsprojekt mit Prof. Hans-Peter Braun und einem Rapszüchter im Jahr 2008. Danach haben Ljudmilla und ich in Hannover habilitiert. Sie bietet seit 2016 auch ein zweites Modul im Master-Studiengang an, in dem es um „Bildgebung an Pflanzen“ geht. Somit decken wir beide Bereiche des Studiengangs Pflanzenbiotechnologie ab.
Was versprecht Ihr Euch von den Angeboten?
Einerseits wollen wir den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern, zumal an der Uni Hannover in der Samenbiologie eine gewisse Lücke besteht. Wir sind außerdem stets auf der Suche nach engagierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern für unsere Arbeitsgruppe. Besonders geeigneten Studierenden ermöglichen wir, ihre Bachelor- oder Masterarbeit bei uns zu verfassen.
Wie geht es weiter?
Im Wintersemester bietet Ljudmilla wieder ihr Modul „Bildgebung“ an. Dort geht es neben unserer NMR-Technologie auch um weitere Verfahren wie die Mikroskopie in der Gruppe von Michael Melzer. Die Studierenden sollen nicht nur die Vor- und Nachteile der verschiedenen Methoden und Verfahren kennenlernen, sondern auch ein Verständnis dafür entwickeln, wie experimentelle Designs konzipiert werden. Ergänzend ist erneut eine Führung durch die Genbank des Instituts vorgesehen.