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IPK-Institutstage: Preise für Lydia Kienbaum und Krishna Mohan Pathi

Zum Auftakt der Institutstage am IPK Leibniz-Institut sind am Mittwoch zwei Preise verliehen worden. Lydia Kienbaum wurde mit dem Rudolf-Mansfeld-Preis ausgezeichnet. Krishna Mohan Pathi erhielt vom PhD-Student-Board, der Vertretung der Promovierenden, den Beagle Award. Beide Auszeichnungen sind mit 1.500 Euro dotiert. Die Preisgelder stammen von der Gemeinschaft zur Förderung der Kulturpflanzenforschung Gatersleben e.V.

© Leibniz-Institut (IPK)

Der Rudolf-Mansfeld-Preis 2021 ist heute anlässlich des Institutstages am IPK Leibniz-Institut an Lydia Kienbaum verliehen worden. Die 28-Jährige erhält die Auszeichnung für ihre Masterarbeit mit dem Titel „Comparison of deep learning and traditional image analysis approaches in the example of maize cob detection and parameter extraction“. In diesem Jahr gingen sieben Bewerbungen für den Preis ein. Nach einer Vorauswahl durch das IPK wurden für drei Bewerbungen externe Gutachten eingeholt. „Die Wahl fiel letztlich einstimmig auf Lydia Kienbaum und ihre herausragende Arbeit“, sagte Viktor Korzun, Vorsitzender des Vereins.

Die Auszeichnung wird seit 1994 von der Gemeinschaft zur Förderung der Kulturpflanzenforschung Gatersleben e. V. für die beste Abschlussarbeit (Diplom/Master of Science) vergeben, die sich mit einem Thema aus dem Gebiet der Kulturpflanzentaxonomie oder der Erforschung der genetischen Ressourcen im weiteren Sinne befasst.

Die Arbeit der Wissenschaftlerin aus Ostfildern (Baden-Württemberg) beinhalte „absolut neuartige Methoden zur Nutzung von „Deep Learning“-Verfahren aus der künstlichen Intelligenz (KI) für die Beschreibung pflanzengenetischer Diversität“, heißt es in einem der insgesamt drei Gutachten. „Mit Hilfe von neuronalen Netzwerkanalysen konnten phänotpyische Parameter aus umfangreichen Bildmaterialien eines umfangreichen Mais-Diversitätssets erfasst werden. Es wurden dabei sehr anspruchsvolle, zukunftsweisende KI-Methoden getestet, verglichen und angewendet.“ Dass die entwickelte Analysemethode auch Potenzial für eine breite Anwendung in der Züchtung und über Kulturarten hinweg hat, „macht diese Arbeit wirklich außergewöhnlich und absolut preiswürdig“, heißt es in einem anderen Gutachten.

Lydia Kienbaum erwarb ihren Bachelor of Science (2017) und Master of Science (2020) an der Universität Hohenheim. Dort arbeitet sie seit Mai 2020 als Wissenschaftlerin am Institut für Pflanzenzüchtung, Saatgutforschung und Populationsgenetik. Darüber hinaus ist sie für das Züchtungs-Unternehmen Selecta One in Stuttgart tätig.

Die Auszeichnung ist nach dem Leiter der Abteilung Systematik und Sortiment Rudolf Mansfeld (1901-1960) des ehemaligen Zentralinstituts für Genetik in Gatersleben benannt. Mansfeld prägte die Arbeit mit genetischen Ressourcen in der Kulturpflanzenforschung. Das von ihm geschaffene integrierte Modell von Taxonomie und Genbankarbeit bestimmt auch heute noch die Arbeiten an genetischen Ressourcen am IPK Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung.

Der Beagle Award des PhD-Student-Boards - benannt nach dem Schiff, das Charles Darwin für seine Expedition nutze - ging derweil an Krishna Mohan Pathi. Die Bewerbung des 35-Jährigen war nach Einschätzung der Jury „sehr kreativ und gut präsentiert“. Der Preisträger, der von 2014 bis 2020 am IPK in der Arbeitsgruppe Pflanzliche Reproduktionsbiologie von Jochen Kumlehn tätig war, begeistere sich für „ein breites Spektrum wissenschaftlicher Bereiche“ und habe einen „großen Beitrag zu den wissenschaftlichen Diskussionen am Institut geleistet, auch außerhalb seines eigenen Fachgebietes“. Der Beagle Award werde jedoch nicht nur für wissenschaftliche Leistungen verliehen, sondern vor allem auch für soziales Engagement, sagte Valentin Hinterberger, Vorsitzender des PhD-Student-Boards. Und auf diesem Gebiet habe der 35-Jährige während seiner Zeit am IPK große Verdienste erworben.

Seine Doktorarbeit mit dem Titel “Establishment of maize resistance to fungal diseases by host-induced gene silencing and site-directed mutagenesis” schloss Krishna Mohan Pathi im Mai 2021 an der Leibniz Universität Hannover ab. Die Arbeit hatte zum Ziel, Mais mit neuartigen Resistenzmechanismen gegen Pilzkrankheiten auszustatten. Ein dabei verfolgtes Prinzip beruht auf der Pflanzen-induzierten Deaktivierung speziell adressierter Pilzgene. In einem zweiten Ansatz versuchte er mittels CRISPR-assoziierter Endonukleasen ein in die Interaktion mit pathogenen Pilzen involviertes Maisgen gezielt zu mutieren, um die Pilzresistenz zu erhöhen. Beide simultan von ihm verfolgten Ansätze erwiesen sich bezüglich der Verbesserung der Resistenz von Mais als erfolgreich und stellen nicht nur für diese Kulturpflanzenart eine gute Grundlage für die zukünftige Resistenzzüchtung dar.

Krishna Mohan Pathi war 2019 bereits mit dem Elevator Pitch Award im PLANT 2030 Status Seminar ausgezeichnet worden. Zwei Jahre zuvor erhielt er zudem den „The Best Discussion Award“ für hervorragende Diskussionsbeiträge während der Plant Science Student Conference (PSSC). Vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) wurde er mit einem Promotionsstipendium gefördert.