Genbank

Genbank

Die bundeszentrale Ex-situ-Genbank zählt sowohl aufgrund ihrer botanischen Vielfalt als auch aufgrund des Sammlungsumfangs zu den weltweit größten Sammlungen. Der Bestand umfasst 151.348 Akzessionen aus 92 Pflanzenfamilien mit 758 Gattungen und 2.912 Arten.

Im Kern geht es um die Sammlung, Erhaltung, Charakterisierung, aber auch die Erforschung und weitere Erschließung pflanzengenetischer Ressourcen.

Der größte Teil der Sammlung lagert in Form von Saatgut in speziellen Kühlräumen bei minus 18 Grad. Damit bleibt die Keimfähigkeit über mehrere Jahrzehnte erhalten. Material, das nicht für die Saatgutlagerung geeignet ist, wird als Dauerkultur im Feld, durch in vitro-Kultur oder kryokonserviert erhalten. Bei der Kryokonservierung werden Gewebeproben von über 2000 Akzessionen, darunter 1730 Kartoffelmuster in flüssigem Stickstoff bei minus 196 Grad gelagert.

Der Erhalt der Sammlung erfolgt in Gatersleben und den beiden Außenstandorten Malchow (Öl- und Futterpflanzen) und Groß Lüsewitz (Kartoffel-Sortiment). Zur Kontrolle der Saatgutqualität werden regelmäßig Keimprüfungen durchgeführt. Die Vermehrung der pflanzengenetischen Ressourcen erfolgt in Gewächshäusern oder im Freiland. Ziel ist eine weitestgehend genetisch-identische Reproduktion der Sammlungsbestände. Dazu werden jedes Jahr rund 7.000 Muster angebaut.

Neben den Lebendsammlungen verfügt die Genbank über ein Herbarium mit 446.656 Belegen, 109.387 Referenzmuster von Samen und Früchten sowie 56.609 Getreideähren. Seit 1948 hat die Genbank mehr als 1,1 Millionen Muster an Nutzer im In- und Ausland abgegeben.

Regelmäßig werden Samenmuster als Sicherheitsduplikate in den Saatguttresor Global Seed Vault auf Spitzbergen gebracht. Dort lagern inzwischen mehr als 54.000 Akzessionen des IPK. Dies entspricht rund 36 Prozent der gesamten Sammlung.

Der Nutzwert einer genetischen Ressource ist in hohem Maße durch Informationen zu ihrer Herkunft und taxonomischen Einordnung, zu ihren agronomischen Eigenschaften, zu biochemischen Merkmalen sowie durch Kenntnisse über ihre DNA Sequenz bedingt.  Entsprechende Daten werden über ein Genbank Informationssystem (GBIS) sowie über Webportale Nutzern in aller Welt online bereitgestellt. Mit der Konvergenz von biologischer Ressource mit digitaler Information geht die Weiterentwicklung der Genbank in ein Biodigitales Ressourcenzentrum einher.

Um die koordinierte Erhaltung genetischer Ressourcen auf nationaler und internationaler Ebene zu unterstützen, arbeitet die Genbank eng mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bioversity International und dem European Cooperative Programme on Plant Genetic Resources (ECPGR) zusammen. In diesem Zusammenhang ist die Genbank für den Betrieb und die Weiterentwicklung des Europäischen Suchkatalogs für pflanzengenetische Ressourcen (EURISCO) verantwortlich.