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Manfred Mayer erhält Forschungspreis

Mit dem Gaterslebener Forschungspreis würdigt die Gemeinschaft zur Förderung der Kulturpflanzenforschung alle zwei Jahre die Arbeit eines Nachwuchswissenschaftlers. Dieses Jahr wird ein Forscher der TU München für seine Dissertation ausgezeichnet.

IPK Leibniz-Institut / C. Schafmeister
Andreas Graner, Ulrike Lohwasser, Manfred Mayer, Catrin Kaydamov und Andreas Houben (v.l.) bei der Preisverleihung

Manfred Mayer, Nachwuchswissenschaftler an der TU München (TUM), ist am Mittwoch zu Beginn der Institutstage am IPK Leibniz-Institut mit dem Gaterslebener Forschungspreis ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wird von der Gemeinschaft zur Förderung der Kulturpflanzenforschung Gatersleben e.V. mit Unterstützung der Salzlandsparkasse und des IPK vergeben und ist mit einem Geldbetrag von 2.500 Euro verbunden. Ziel ist die weitere Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf den Gebieten der Pflanzengenetik und der Kulturpflanzenforschung. In diesem Jahr wurden sieben Arbeiten eingereicht. Die drei besten wurden nach einer Vorwahl durch drei externe Gutachterinnen und Gutachtern aus den USA und aus Deutschland bewertet.

Seine Promotion verfasste Manfred Mayer am Lehrstuhl für Pflanzenzüchtung der TUM. Er untersuchte theoretisch, mit Simulationen und auf Basis experimenteller Populationen wie neue, vorteilhafte allelische Variation in Mais Landrassen identifiziert und für die Züchtung nutzbar gemacht werden kann. Die Dissertation mit dem Titel “Discovery of novel beneficial alleles in maize landraces for the improvement of quantitative traits” wurde mit summa cum laude bewertet und zudem 2021 vom Deutschen Maiskomitee als hervorragende Leistung ausgezeichnet. Zentrale Ergebnisse seiner Arbeiten sind, dass Landrassen vorteilhafte Haplotypen für quantitativ vererbte Merkmale zeigen, die in Zuchtlinien des gleichen Genpools nicht vorkommen. Sie repräsentieren somit neue, züchterisch nutzbare Variation.

„Ich fühle mich sehr geehrt den Gaterslebener Forschungspreis verliehen zu bekommen. Es ist eine schöne Bestätigung für meine Promotionsarbeit und gibt weiteren Ansporn die Nutzung genetischer Ressourcen für die Züchtung weiter voranzutreiben“, erklärte der Preisträger. Genetische Diversität sei die Grundvoraussetzung für die Pflanzenzüchtung. „Mit hunderttausenden Samenproben bewahren Genbanken weltweit einen Schatz bisher ungenutzter genetischer Diversität mit einem hohen Potenzial für die Verbesserung unserer Kulturpflanzen. Ich fand es daher spannend an Lösungsansätzen für die effiziente Nutzung genetischer Ressourcen zu arbeiten“, erklärte der 32-Jährige, der kürzlich auch mit dem Wricke-Forschungspreis ausgezeichnet worden ist.

„Manfred Mayer hat mit seiner Arbeit neue Wege beschritten. Er hat dieses sehr komplexe Thema tief durchdrungen und seine Arbeiten sind wegweisend für die Nutzung von Mais Landrassen in der praktischen Züchtung“, erklärte seine Betreuerin Prof. Dr. Chris-Carolin Schön, die den jungen Wissenschaftler bereits bei seiner Bachelor- und Masterarbeit an der TUM betreut hatte.  

Bereits während seiner Doktorarbeit sei der 32-Jährige als Experte auf dem Gebiet der Nutzung von Pflanzengenetischen Ressourcen international wahrgenommen worden. „Als Grenzgänger zwischen Disziplinen verfügt Herr Mayer über fundiertes, disziplinäres Wissen und kombiniert dies mit hervorragender Schnittstellenkompetenz. Dies gelingt nur den Besten, sagte Prof. Dr. Chris-Carolin Schön über den 32-Jährigen, der zwischenzeitlich als Gastwissenschaftler 1 ½ Jahre in Madison an der University of Wisconsin (USA) verbracht hatte.

Mit seiner Arbeit konnte Manfred Mayer aber auch die Gutachter überzeugen. „Die Arbeit ist innovativ und hat deutliche Implikationen zur Nutzung von Landrassen als genetische Ressourcen. Manfred Mayer hat über seine Dissertation hinaus bereits eine beeindruckende Publikationsleistung erbracht, die sein vertieftes Verständnis in zuvor genannten Methoden weiter bekräftigt“, heißt es in einem der Gutachten.

Künftig möchte sich Manfred Mayer mit der weiteren Optimierung von Zuchtprogrammen beschäftigen. „Diese können dann idealerweise effizient neue Diversität aus genetischen Ressourcen, wie z.B. Landrassen, über genombasierte Methoden integrieren“, sagte der junge Wissenschaftler.