In der Genbank des IPK werden mehr als 150.000 Muster von Kulturpflanzen erhalten - von Getreide über Leguminosen bis hin zu Öl- und Futterpflanzen und Kartoffeln. Und dieser Schatz wird in Zeiten des Klimawandels immer wertvoller. Grund genug, die Genbank in einem neuen Film vorzustellen. Premiere war Mitte Februar im Hörsaal des IPK.

Das Interesse am neuen Genbank-Film war groß, der Hörsaal des IPK an diesem Montag Mitte Februar gut gefüllt. 18 Jahre nach dem ersten Film folgte jetzt die Premiere für die Neuauflage. Die Idee dazu war Ende 2024 entstanden. Und die Zielstellung war schnell klar: Dargestellt werden sollten nicht nur die Genbank, sondern auch Ansatzpunkte, die sie heute für eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft bietet. Einige der alten Sorten und der wilden Verwandten unserer bekannten Kulturpflanzen, die in der Genbank erhalten werden, haben Eigenschaften, die wir immer mehr benötigen. Sie kommen etwa besser mit Hitze und Trockenheit zurecht oder besitzen Resistenzen gegen bestimmte Krankheiten.
Realisiert wurde das Filmprojekt von der Firma Eulefilm. Das Unternehmen aus Sachsen hatte bereits den ersten Genbank-Film 2008 produziert - war also schon bestens mit dem IPK und vor allem der Genbank vertraut. Nach Planung und Vorabsprachen war am 26. Februar 2025 der erste Drehtag am IPK. Gedreht wurde über eine Vegetationsperiode hinweg und neben Gatersleben auch an den beiden IPK-Standorten in Groß Lüsewitz und Malchow, sowie am Julius Kühn-Institut (JKI) in Quedlinburg und beim Züchtungsunternehmen KWS Lochow in Bergen. Ab sofort ist der Film, den es jeweils in Deutsch und Englisch und in Lang- und Kurzfassung gibt, online abrufbar.
Neben der Sammlung, deren Erhalt und deren Nutzung ist ein aktueller Aspekt im Film die Transformation von Genbanken hin zu biodigitalen Ressourcenzentren. Ein Prozess, in dem das IPK Leibniz-Institut Impulsgeber und Vorreiter ist. Im Biodigitalen Ressourcenzentrum wird das gelagerte Pflanzenmaterial systematisch mit detaillierten molekularen Daten verknüpft. So lassen sich diese Ressourcen gezielter, umfassender und damit wirksamer erschließen und nutzen. Diese Informationen sind in der Züchtung ein zentraler Schlüssel, um neue, standortangepasste Sorten zu entwickeln und unsere Kulturpflanzen zukunftsfähig zu machen. Wie das bereits heute gelingt, zeigen im Film sowohl Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als auch Züchterinnen und Züchter. Sie alle wollen die genetische Vielfalt nicht nur bewahren, sondern aktiv einsetzen und mit der Genbank eine Brücke von der Vergangenheit in unsere Zukunft schlagen.
Internationale Kooperationen waren, sind und bleiben zwischen Genbanken entscheidend. „Die Genbank des IPK hat bereits angefangen, die Sammlungen von Weizen und Gerste mit anderen Genbanken systematisch zu vergleichen und Daten auszutauschen“, erläutert Nils Stein, Leiter der Forschungsabteilung „Genbank“ und der Bundeszentralen Ex-situ-Genbank am IPK. „Das zeigt zum einen, wie ähnlich oder aber wie einzigartig einzelne Sammlungen sind und wo möglicherweise noch Lücken bestehen, die mithilfe anderer Sammlungen geschlossen werden können“, so Nils Stein weiter.
Seit der Entstehung der ersten Genbanken Anfang des 20. Jahrhunderts sind nun 100 Jahre vergangen. Doch angesichts der aktuellen Herausforderungen werden sie heute vermutlich dringender denn je gebraucht und schaffen es mit ihren alten Mustern einen Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft zu schlagen.
Um diese wichtige Infrastruktur der Forschung und Züchtung weltweit vielen Menschen näherzubringen, wird der neue Genbank-Film ab sofort nicht nur exklusiv Besuchergruppen am IPK gezeigt. Vielmehr ist er auf der Webseite des Instituts abrufbar, um möglichst viele Interessierte erreichen zu können.
Die Links zum Film:
https://www.youtube.com/watch?v=grI8OoArX3w (Langversion)
https://www.youtube.com/watch?v=pHumDEapl5A (Kurzversion)