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IPK Leibniz-Institut/ C. Schafmeister
Inna Lermontova zusammen mit Friedrich Stolzenburg, Nicolaus von Wirén und Armin Willingmann (v.l.n.r.)
Inna Lermontova Finalistin beim Hugo-Junker-Preis

Aus einer innovativen Idee kann Großes entstehen. Das hat der Dessauer Luftfahrtpionier Hugo Junkers vor gut 100 Jahren unter Beweis gestellt. Seit mehr als 30 Jahren vergibt das Land Sachsen-Anhalt den Hugo-Junkers-Preis für Innovationen aus Wissenschaft, Industrie und Handwerk. Inna Lermontova vom IPK war eine der Finalistinnen.

Im Magdeburger Elbauenpark ist am Donnerstagabend der Hugo-Junkers-Preis verliehen worden. Vergeben wurde die Auszeichnung in vier Kategorien. Aus den 74 Bewerbungen hatte eine Jury insgesamt 20 Finalisten ausgewählt und am Donnerstag nach Magdeburg eingeladen. Mit einem Preisgeld von insgesamt 80.000 Euro ist die Auszeichnung der höchstdotierte Forschungs- und Innovationspreis Sachsen-Anhalts. 

Inna Lermontova, Leiterin der Arbeitsgruppe „Kinetochor-Biologie“ am IPK, war eine der fünf Finalisten in der Kategorie Grundlagenforschung und wurde dafür von Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann ausgezeichnet. Sie hatte sich mit dem Thema „Kinetochor-Manipulation und Hitzestress zur Erzeugung haploider Pflanzen“ beworben. 

Nicolaus von Wirén, Geschäftsführender Direktor des IPK, freute sich sehr über den Erfolg Inna Lermontovas. „Auch wenn es am Ende nicht einer der drei ersten Plätze wurde, ist auch das Erreichen der Endrunde in diesem renommierten Wissenschaftspreis ein großer Erfolg. Zu diesem gratuliere ich Inna Lermontova ganz herzlich. Damit hat sie das IPK sehr gut präsentiert.“

„Sachsen-Anhalt hat durch die enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft in den vergangenen Jahren an Innovationskraft zugelegt“, erklärte Armin Willingmann, Schirmherr des Wettbewerbes. „Mit dem Hugo-Junkers-Preis möchten wir diejenigen auszeichnen, die mit ihren Ideen und Entwicklungen unser Land in herausfordernden Zeiten noch besser machen. Alle Preisträger und Finalisten sind Leuchttürme für die Innovationskultur in Sachsen-Anhalt.“ 

Im Mittelpunkt des Projekts der IPK-Wissenschaftlerin Inna Lermontova steht ein neues Verfahren zur Erzeugung von Doppelhaploiden. Diese vollständig homozygoten Pflanzen ermöglichen es, innerhalb nur einer Generation neue Zuchtlinien zu entwickeln. Dadurch lässt sich die Pflanzenzüchtung erheblich beschleunigen. Das Besondere des Verfahrens: Erstmals werden drei komplementäre Ansätze kombiniert - die gezielte Beeinflussung von Kinetochor-Proteinen, die Nutzung natürlicher genetischer Variation sowie der gezielte Einsatz von Temperaturstress zur Steigerung der Haploidinduktion.

Aktuell wird die neue Methode von Modellsystemen auf wichtige Kulturarten wie Weizen und Roggen übertragen. Dadurch entsteht ein großes Potenzial nicht nur in der Forschung, sondern in der praktischen Pflanzenzüchtung. „Der Ansatz ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Grundlagenforschung den Weg für konkrete Innovationen in der Landwirtschaft ebnen kann“, so das Urteil der Jury.

„Um die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung bei schrumpfenden Anbauflächen zu sichern, brauchen wir ständig neue Sorten, und das gelingt nur durch beschleunigte Verfahren in der Pflanzenzüchtung“, sagte Inna Lermontova. „Wir hoffen, dass wir mit unserem Ansatz die Dauer der Züchtungsprogramme von sechs bis acht auf ein bis zwei Jahre verkürzen können.“

Im September 2025 hatte sich die Jury aus Wissenschaft, Industrie, Wirtschaft und Handwerk getroffen und die 20 Finalisten ausgewählt. Diese präsentieren sich dann im November 2025 in Halle im Live-Pitch mit ihren Projekten, Unternehmen und Innovationen. Grundlage für die Entscheidung der Jury waren die fünf Kriterien: Unternehmensstrategie, Innovationsgrad, Ressourceneffizienz, Wirtschaftlichkeit und Marktfähigkeit. 

„Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, denn die Qualität der eingereichten Bewerbungen war durchweg beeindruckend und thematisch äußerst vielfältig“, sagte Jury-Vorsitzender Friedrich Stolzenburg. Das zweistufige Bewertungsverfahren, bei dem jedes Jury-Mitglied zunächst sein Ranking für die vier Preiskategorien festlegte, erwies sich als sehr hilfreich. In der abschließenden Diskussion war es in vielen Fällen dennoch ein Kopf-an-Kopf-Rennen“, sagte der Prorektor für Forschung und Chancengleichheit an der Hochschule Harz.

Alle Infos: https://www.hugo-junkers-preis.de/